HPI School of Design Thinking

Die HPI School of Design Thinking der Universität Potsdam (D-School) ist ein Schwesterinstitut der d.school an der Stanford University (USA) und bildet Studierende in multidisziplinären Teams dazu aus, innovative Lösungen zu entwickeln.


Absolvierte Projekte

clear water projekt

Die Problemstellung

Seit einigen Jahren kann eine zunehmende Verockerung von Fließgewässern beobachtet werden, die ihren Ursprung in den bergbaubeeinflussten Gebieten des Lausitzer Reviers haben. Neben den verheerenden ökologischen Folgen für die Spree und das Biosphärenreservat Spreewald ist hier auch mit gravierenden Schäden für den Tourismus und Beeinträchtigungen anderer Wirtschaftszweige der Region zu rechnen. Trotz der Dringlichkeit und der Reichweite dieses ökologischen Problems werden in der Region bislang nur wenige Maßnahmen umgesetzt, um mit den bergbaubedingten Folgelasten des DDR-Braunkohletagebaus umzugehen. Obwohl die meisten Spreewälder unmittelbar vom Problem der Verockerung betroffen sind, wird dessen Tragweite von einem Großteil der Bevölkerung weder realisiert noch mit dem eigenen Leben in Verbindung gebracht. Als ein Grund hierfür kann der schwierige Zugang zu Informationen bzgl. dieses komplexen Themas sowie eine einseitige und teils voreingenomme Kommunikation gesehen werden. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie ein innovativer und langfristiger Ansatz aussehen kann, der Beteiligte wie Betroffene gleichermaßen sensibilisiert und dazu motiviert, gemeinsam zu handeln.

 

1000 Geschichten aus dem Spreewald

Unser Lösungsansatz hat daher eine kreative und erlebnisorientierte Informationsvermittlung zum Ziel, die eine persönliche Auseinandersetzung mit der Thematik sowie die Wissensweitergabe an andere fördert .

 

1. Schritt:  Fokus auf die Bedeutung der Verockerungsproblematik für das eigene Leben. Empathie der SchülerInnen wird erzeugt, indem sie mit betroffenen Personen sprechen und inspirierende Lebensgeschichten sammeln. Die emotionale Sensibilisierung dient dabei als Basis, um später den Bezug der SchülerInnen zu ihrem eigenen Leben herzustellen.

2. Schritt: SchülerInnen lernen im Rahmen von Projektwochen anhand erlebnisorientierter, spielerischer Experimente (z.B. zu Wasserqualität) den Problemkontext der Verockerung kennen. Das eher passive Lernumfeld des Klassenzimmers wird durch Vor-Ort-Erlebnisse im Spreewald ersetzt. In kleinen Teams setzen sich die SchülerInnen mit dem Prozess der Verockerung und den beteiligten Stakeholdern (von Tagebau über Natur bis hin zu Tourismusindustrie) auseinander. 
3. Schritt: Durch eine geographische Karte, auf der die SchülerInnen ihren Standort, die Tagebauregion und die Fließrichtung der Spreezubringer eintragen,

wird ein Verständnis für das geographische Ausmaß des Problems aufgebaut. Auf einer Mindmap werden zudem Nutzungsabhängigkeiten und -konflikte von sauberem Spreewasser dargestell. Somit wird aufgezeigt, wie der Spreewald und seine Bewohner von der Ressource Wasser (ökologischen Funktionalität der Spree) abhängen.4. Schritt: Wissensweitergabe und Sensibilisierung anderer Menschen in Form einer mobilen Ausstellung. In kreativ gestalteten Telefonzellen stellen die SchülerInnen ihr während der Projektwoche gesammeltes Wissen sowie Geschichten dar – ob als Videobotschaft, Chemiekasten, Zeichnungen oder ähnliches. Die Telefonzellen können dabei als Wanderausstellung fungieren und somit an zentralen Orten im Spreewald oder auch in anderen Regionen aufgestellt werden. Die SchülerInnen sind somit als Multiplikatoren aktiv, erregen Aufmerksamkeit, erzeugen politischen Druck und involvieren andere Bewohner im Spreewald.